17. April, Leipzig: Unbridging the gap – zur überbordenden Brüchigkeit weiblicher Subjektwerdung

Ein Abend mit der McGuffin Foundation.

Mit dem Frau sein hat es so seine Bewandtnis. Schon sich als Mädchen herzustellen, heißt: für andere. Und auch später werden Männer jeweils als abgegrenzte Subjekte behandelt, Frauen scheint etwas zu fehlen. Diese Lücke muss dauernd unsichtbar gemacht werden – ohne sie jemals wirklich beseitigen zu können. Die Möglichkeit, noch besser zu werden, gilt immer weiter. Unabhängig davon, wie ausgefeilt die Gegenstrategien sind: Sie reichen nie aus.

In ihrem aktuellen Kassiber schreibt die McGuffin Foundation: „Das Ziel, wirklich Frau zu sein, kann niemals erreicht werden, das ständige Streben und Perfekterwerden ist dieser Subjektwerdung genuin eingeschrieben. Egoistisches Verfolgen des eigenen Glücks kann in Weiblich, das heißt, mit ständigem Bezug zur Umgebung, gar nicht gedacht werden. Daher ist der Gedanke, ganz selbstbestimmt den goldenen Weg herein ins schöne Leben finden zu können, ebenso affirmativ wie – vor allem – falsch.“

Die McGuffin Foundation hat es sich zum Ziel gesetzt, die schottische Revolutionärin und Feministin Emma McGuffin und ihre Wirkungsgeschichte zu erforschen, für ein größeres Publikum zugänglich zu machen sowie den politischen Gehalt ihrer Tätigkeit aktuell neu zu denken. An diesem Abend gehen Mitglieder der Foundation näher auf die Tücken der Ich-Bildung, auf Überbrückungszwänge sowie auf die Frage ein, wie sich die Sache mit der Lücke historisch verorten lässt.

Freitag, 17. April 2015, 19.30 Uhr, Leipzig, translib, Goetzstr. 7