Archiv für April 2010

1. Mai an die Luft wo der Engels nach uns ruft

Von schlechten Zukunftsaussichten im Arbeitsleben

Die Revolutionäre-1.-Mai-Demo in Hamburg ist dieses Jahr umstritten wie selten. Im Mittelpunkt der Ablehnung steht der Antisemitismus eines nicht kleinen Teils der organisierenden Gruppen, was erfreulich ist. Einige von ihnen waren es, die am 25. Oktober vergangenen Jahres gewaltsam die Aufführung des Films „Warum Israel“ von Claude Lanzmann blockiert haben. Seitdem fallen Mitglieder dieser Gruppen regelmäßig mit körperlichen Angriffen und Drohungen gegen AntisemitismuskritikerInnen auf. Dokumentiert finden sich einige der Vorfälle auf http://b-g-h-u.blogspot.com.

Auf der inhaltlichen Ebene hingegen wird die Differenz der KritikerInnen zum Demobündnis unklar. „Ausschlaggebend“ für die Nichtteilnahme etwa der Roten Flora „ist nicht die inhaltliche Ausrichtung der Demo, auch wenn sie in ihrem diesjährigen Zuschnitt auf eine eindimensionale und personalisierende Kapitalismuskritik von vielen im Projekt kritisiert und als Rückschritt hinter den Diskussionsstand der radikalen Linken bewertet wird.“ (Erklärung vom 21.4.2010) Die Nichtteilnahme an der Demo erscheint so als Verzicht aus äußeren Gründen auf eine zwar unzureichende, letztlich aber antikapitalistische Positionierung. Zweifellos ist die Demonstration ein solcher Rückschritt, dass es auch anders geht zeigt beispielsweise dieser Mobilisierungstext im Kontext der Frankfurter 1.-Mai-Demo. Aber ist damit alles gesagt?
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