Out now: McGuffin Kassiber #5 – Das Private ist privat

darin u. a.:
* Das Private ist privat – Über „Gewalt“ und das Aufgehen des Politischen im Privaten
* Boxcar Emma – Emma McGuffin unter den Hobos
* Das Unglück zurückschlagen, bevor es eingetroffen ist – Notizen zur überbordenden Brüchigkeit weiblicher Subjektwerdung

Vier Jahre des Forschens und Diskutierens sind seit dem vorherigen Kassiber der McGuffin Foundation vergangen. In dieser Zeit hat die Foundation ihr Ziel weiterverfolgt, die schottische Revolutionärin und Feministin Emma McGuffin und ihre Wirkungsgeschichte für ein größeres Publikum zugänglich zu machen sowie den politischen Gehalt ihrer Tätigkeit aktuell neu zu denken.

In dieser Ausgabe gilt die Beschäftigung zuvorderst der ausgedehnten privaten Sphäre und den Fisimatenten weiblicher Subjektbildung. Die McGuffin Foundation, Sektion Berlin, ist den Spuren Emma McGuffins Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA gefolgt. Außerdem in dieser Ausgabe: der Text „Der nicht benannt werden darf“ von Februar 2013 zum deutschen Antisemitismus.

Gegründet 1962 in Edinburgh, blickt die McGuffin Foundation heute auf eine jahrzehntelange Forschungsgeschichte zurück. Mitglieder
aus 93 Ländern sind in ihr organisiert. Zuletzt konnte die Foundation mit großer Freude die neu gegründete Sektion Jerusalem begrüßen.

Auch diese fünfte Ausgabe des Kassibers gibt es nicht nur als Download, sondern zusätzlich als gedrucktes Heft, erhältlich auf ausgesuchten Veranstaltungen sowie in Hamburg im Buchladen Strips & Stories, Seilerstraße 40, und in Wien in der Buchhandlung ChickLit, Kleeblattgasse 7.

Um ein Ex­em­plar per Post zu be­stel­len, bitte einen mit 145 Cent fran­kier­ten, adres­sier­ten Rück­um­schlag (DIN A5) sowie vier 60-​Cent-​Brief­mar­ken an Strips & Sto­ries, Sei­ler­stra­ße 40, 20359 Ham­burg schi­cken.

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BARBAREI IN SCHEIBEN reloaded

Aus dem McGuffin Kassiber 1/2004

In den letzten Monaten waren 200 plastinierte menschliche Leichen und –teile in lustigen Posen im Hamburger Erotic Art Museum ausgestellt. Einen größeren Skandal in den Medien stellte die Körperschau, die mit ihren allerorten plakatierten enthäuteten Exponaten lüstern den Tabubruch zelebrierte, nicht dar: Die Hamburger Medien unterstützten die Ausstellung; die ‚Hamburger Morgenpost‘ hatte bereits im Vorfeld den Versuch des Bezirksamtes, einige Exponate zu verhindern, mit der Schlagzeile „zensiert!“ angeprangert, das Hamburger Abendblatt gab sich pseudo-ausgewogen: So versicherte dort auch der „kontra“-Autor der „pro“ und „kontra“-Gegenüberstellung, er hätte die Ausstellung bereits selbst gesehen, und sie sei keinesfalls „unästhetisch oder gar eklig“. Die ‚taz‘ bewunderte die „brillante“ Argumentation Hagens. (mehr…)

Der nicht benannt werden darf

Einige Kommentare zur „Augstein-Debatte“.

Wenn die Deutschen alle zusammen etwas sind, sind sie es ganz besonders doll. Am schönsten war das Gemeinschaftsgefühl damals im Sportpalast, aber dann kamen ja die Engländer und haben alles kaputtgemacht. Seit „wir“ „wieder wer“ sind, geht es, ein bisschen holprig zwar, aber doch voran. In den vergangenen Jahren sind wir immerhin schon Weltmeister der Herzen und Papst gewesen. Nun sind wir alle Jakob Augstein. In diesem Fall taugt das jedoch nicht zur Parole. Das liegt daran, dass der Grund, warum wir alle er sind, nicht ausgesprochen werden darf. Das Simon Wiesenthal Center in Los Angeles hat Jakob Augstein zum neuntschlimmsten antisemitischen Schmierer der Welt gekürt – und damit in ein Wespennest gestochen. (mehr…)

Gegen Deutschland und seine Nazis

Mindestens neun Menschen haben die Nazis des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) in den vergangenen 13 Jahren ermordet, darunter Enver Şimşek, Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Habil Kılıç, Mehmet Turgut, İsmail Yaşar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubaşık und Halit Yozgat.

Der Fakt, dass Nazis sich bewaffnen und Morde begehen, ist in vielen Gegenden Deutschlands Alltag. Dass sie dabei von staatlichen Stellen nicht viel zu befürchten haben bzw. nicht selten von diesen gedeckt werden, wenn nicht sogar Unterstützung erhalten, kann wohl nur jene überraschen, die aktiv die Konstitution von postnationalsozialistischem Staat und Gesellschaft verdrängen müssen: die überwiegende Mehrheit der Deutschen. (mehr…)

McGuffin Kassiber #4 ist da

Nach mehrjährigem Forschen und Diskutieren liegt nun die vierte Ausgabe des unregelmäßig erscheinenden McGuffin Kassibers vor.

Auch sie widmet sich wieder den zwei Zielen der McGuffin Foundation: So ist sie selbstverständlich zunächst dem Wirken der schottischen Kommunistin und Feministin Emma McGuffin verpflichtet. Die Untersuchung des Briefwechsels zwischen McGuffin und der Schriftstellerin Helene von Druskowitz hat Erhellendes zu McGuffins Analyse des Geschlechterverhältnisses zu Tage gebracht.

Außerdem beschäftigt sich die Foundation mit aktuellen Themen, die im Kontext des Schaffens McGuffins stehen. In diesem Heft nähern sich Aufsätze zur Debatte um Definitionsmacht in der Linken sowie zur „Anti-Lookism“-Bewegung dem Themenkomplex des Unbehagens an den Körpern.

Den (Nicht-) Umgang mit der gewaltsamen Verhinderung des Claude-Lanzmann-Films „Warum Israel“ im vergangenen Jahr in Hamburg kritisiert der Gastbeitrag „Ein lautschweigender Konsens“ anhand der Frage, warum es der Linken so schwer fällt, die Gegenwart des Antisemitismus nicht zu verdrängen. (mehr…)

Release-Party McGuffin Kassiber #4

Bodies and their discontents

darin:
* Definiere Vergewaltigung – Debatte und Kritik von Definitionsmacht
* She’s kicked the look – Anti-Lookism, Körper und Zuschreibung
* Der Mann als logische und sittliche Unmöglichkeit – Emma McGuffin und Helene von Druskowitz (mehr…)

1. Mai an die Luft wo der Engels nach uns ruft

Von schlechten Zukunftsaussichten im Arbeitsleben

Die Revolutionäre-1.-Mai-Demo in Hamburg ist dieses Jahr umstritten wie selten. Im Mittelpunkt der Ablehnung steht der Antisemitismus eines nicht kleinen Teils der organisierenden Gruppen, was erfreulich ist. Einige von ihnen waren es, die am 25. Oktober vergangenen Jahres gewaltsam die Aufführung des Films „Warum Israel“ von Claude Lanzmann blockiert haben. Seitdem fallen Mitglieder dieser Gruppen regelmäßig mit körperlichen Angriffen und Drohungen gegen AntisemitismuskritikerInnen auf. Dokumentiert finden sich einige der Vorfälle auf http://b-g-h-u.blogspot.com.

Auf der inhaltlichen Ebene hingegen wird die Differenz der KritikerInnen zum Demobündnis unklar. „Ausschlaggebend“ für die Nichtteilnahme etwa der Roten Flora „ist nicht die inhaltliche Ausrichtung der Demo, auch wenn sie in ihrem diesjährigen Zuschnitt auf eine eindimensionale und personalisierende Kapitalismuskritik von vielen im Projekt kritisiert und als Rückschritt hinter den Diskussionsstand der radikalen Linken bewertet wird.“ (Erklärung vom 21.4.2010) Die Nichtteilnahme an der Demo erscheint so als Verzicht aus äußeren Gründen auf eine zwar unzureichende, letztlich aber antikapitalistische Positionierung. Zweifellos ist die Demonstration ein solcher Rückschritt, dass es auch anders geht zeigt beispielsweise dieser Mobilisierungstext im Kontext der Frankfurter 1.-Mai-Demo. Aber ist damit alles gesagt?
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Ein lautschweigender Konsens

Spekulationen dazu, warum es der Linken so schwer fällt, die Gegenwart des Antisemitismus im Bewusstsein zu halten.
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Warum man den Film „Warum Israel“ nicht einfach so zeigen kann

(Vortrag in Wien, 20.1.10)

Wenn man einen Film an der Uni, zumal an einem Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaften zeigt, wenden vermutlich die meisten der zuschauenden Studierenden das Handwerkszeug der Filmwissenschaft oder auch einfach der Literaturwissenschaft an: Sie rezipieren die Geschichte, die der Film ihnen erzählt, sie analysieren dabei die spezifische Erzählweise und die Stilmittel; ihnen entgehen auch nicht die technischen Finessen, mit denen der Film arbeitet, und schließlich setzen sie ihn ins Verhältnis zu anderen Werken, die sie von seinem Regisseur oder zum gleichen Thema kennen. Handelt es sich um einen sogenannten „politischen Film“, sagen wir um einen fiktionalen Film zur Lage in Burkina Faso oder um einen Dokumentarfilm über Flüchtlinge in Deutschland, wird hinterher noch engagiert über den Gegenstand diskutiert; gefragt, ob der Film nicht vielleicht nur einen Ausschnitt zeigen kann, dann gemeinsam kurz gelacht über den Anspruch, dass er mehr als dies tun möge und erörtert, was man selbst hält von dem dargestellten Thema.
Dies alles ist aber nicht der Fall, wenn es sich um einen Film zu Israel handelt – noch dazu um einen, der seinen Inhalt als Anspruch bereits im Titel trägt. Statt Rezeptionsweisen zusammenzutragen und angeregte Diskussionen zu führen trägt man Sorge, dass die Vorführung des Film nicht, wie zuvor anderswo geschehen, verhindert wird (und zwar nicht etwa von Nazis, sondern von Linken), sucht mit Bedacht einen Vorführungsort aus, der einem nicht so leicht angreifbar erscheint und organisiert zusätzlich noch einen Saalschutz. Die Uni erscheint in solchen Überlegungen dann schnell erfolgversprechender als zum Beispiel linke Veranstaltungszentren. „Erfolgreich“ ist eine solche Vorführung dann, wenn sie überhaupt stattfinden kann. Warum ist das so? (mehr…)

Hamburg für Israel?

Mit geschätzten 500 TeilnehmerInnen war die Solidaritäts-Kundgebung für Israel (http://hamburgfuerisrael.wordpress.com) am 17. Januar 2009 die größte israelsolidarische der letzten Jahre in Hamburg. Dass die Versammlung auf einem von der Polizei umzäunten Platz stattfinden musste machte deutlich, dass Hamburgs Sympathien für Israel sich in engen Grenzen halten. (mehr…)

Gegen den antisemitischen Konsens!

Die McGuffin Foundation unterstützt die Kundgebung »Hamburg für Israel« am 17. Januar, 18 Uhr, Ida-Ehre-Platz (mehr Infos). Dazu gibt es ein Flugblatt: »Hamburg für Israel?«, das hier heruntergeladen werden kann.

137 Jahre deutscher Volksgemeinschaftswahn

Zu den nationalen Einheitsfeierlichkeiten am 3. Oktober 2008 in Hamburg

„Deutschland du bist doch
acht Meilen hoch
das schlechteste Land der Welt“
(F.S.K.)

Deutschland ist von Beginn an die prozessierende Konterrevolution geworden. Die Basis für die Reichsgründung 1871 in Versailles bildete die Niederschlagung der Pariser Commune, eine gemeinsame Aktion mit den zuvor besiegten französischen Truppen, gipfelnd in dem Massaker an 30.000 Kommunard_innen, die sich bereits ergeben hatten. Doch die Deutschen wollten mehr. Zwischen 1904 und 1908 brachten sie als Kolonisatoren im damaligen Deutsch-Südwestafrika, dem heutigen Namibia, über 60.000 Hereros und 10.000 Namas um. Da für die Deutschen das, was sie bereits hatten, nie gut genug war, zettelten sie 1914 den ersten Weltkrieg an, der fast 10 Millionen Menschen das Leben und Deutschland endlich seine Kolonien sowie das immer noch als „deutsch“ geltende Elsass und unter anderem die seither als Verlust betrauerten Ostgebiete, Teile des heutigen Polens, kostete. Die Ansätze von Räten in verschiedenen deutschen Städten 1918/19 im Zuge der Novemberrevolution wurden von Freikorpsverbänden unter tätiger Mithilfe der SPD-Regierung zerschlagen und ihre bewusstesten Aktivist_innen zum großen Teil umgebracht. Der Geburtsort des expansiven Deutschen Reiches, Versailles, wurde der sich ständig modernisierenden aber niemals zu sich selbst kommen könnenden Volksgemeinschaft zum Schandfrieden, dem man lieber den totalen Krieg entgegensetzte. Dieses Mal starben 60 Millionen Menschen am deutschen Wahn, die Welt beherrschen zu wollen. (mehr…)

Sondermüll

Im Gegensatz zu Nationen, die auf irgend etwas stolz sind, was Leute wann auch immer in ihrem Namen fabriziert haben, feiern die Deutschen, wenn sie schwarzrotgoldene Fahnen schwenken, zumeist, dass es sie überhaupt gibt.

So, wie deutsche Fußballfans nicht nur dann jubeln, wenn die deutsche Nationalmannschaft gewinnt, sondern auch dann, wenn sie überhaupt an einem Turnier teilnimmt oder dieses wahlweise auch verliert, dehnt sich das deutsche Nationalgefühl als uferlose Stimmung einer rassistischen und antisemitischen Gemeinschaft auch auf Gefilde aus, in denen der besinnungslose Fahnenwahn vollkommen zu sich selbst kommt. Denn was schwarzrotgolden ist, spricht meistens für sich selbst. So auch im Umfeld einiger „Public Viewing“-Gegenden. Die McGuffin-Foundation, Sektion Hamburg, hat einige der passend angemalten Deko-Objekte dokumentiert.

Deutschland-Mülleimer in der Hamburger Innenstadt

Noch ein utschland-Mülleimer in der Hamburger Innenstadt Deutschland-Mülleimer in der Hamburger Innenstadt

»Nie wieder Hegde-Fond« –
Artiges zum Wunsch in der Linkspartei, ihre AntizionismuskritikerInnen wieder loszuwerden

„Unseriös und dürftig“ sei die Theoriearbeit des BAK Shalom, weil dieser „Kapitalismus bloß als entpersonalisiertes, subjektloses »System« von »abstrakten Zwängen«“ begreife. Dies sei, so Susann Witt-Stahl am 7.6. im ND in ihrem Artikel „»… irgendwie sehr, sehr antisemitisch«“, neben dem „inflationären Gebrauch des Antisemitismusbegriffs“, ein Teil der „mystische[n] Verklärung der Herrschaftsverhältnisse“, die der BAK mit seiner antideutsch-neoliberalen Offensive innerhalb der Linkspartei betreibe.
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McGuffin Foundation unterstützt Protest gegen den Iran

Die Mitglieder der McGuffin Foundation sind mit großer Mehrheit der Ansicht, dass das antisemitische und antihedonistische Regime von Mahmoud Ahmadinejad in Teheran mit Unterschriftenkampagnen und Demonstrationen gestürzt werden muss. Gerade auch der antideutschen Bewegung kommt hier eine besondere Verantwortung innerhalb der westlichen Demokratien zu.

Um diesen Protest nachdrücklich zu verstärken, haben wir eine Reihe von Parolen zusammengestellt, die hierfür hoffentlich hilfreich sind.

Bomb da bomb:
eure McGuffin Foundation

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Sascha-Daniel, 6 ½, Hamburg-Uhlenhorst
(Sascha-Daniel, 6 ½, Hamburg-Uhlenhorst)

Heile Natur und Demokratie
statt Diktatur – und Ahmadi
nejad.

Ich bin nicht Goethe, bin nicht Schiller,
dichte nicht wie Gustav Müller
schreibe dir ganz einfach hin
dass ich gegen die Bombe bin!

Atomkrieg? Nein danke.

O-M-V, Iran, passt auf:
Antideutsches Aug blickt drauf! (mehr…)

Time to Say Goodbye

Die Hamburger Studienbibliothek (HSB) begründet in einem offenen Brief warum sie Ihr Jungle-World-Abo kündigt.

Anlass ist Deniz Yücels patriotischer Leitartikel »Schunkeln, singen, Fahnen schwingen« in der Jungle World-Ausgabe Nr. 25 vom 21. Juni. Die HSB stellt hierzu richtigerweise fest, dass „es immer wieder erschütternd zu sehen ist, dass sich das sozialdemokratische Mitmachbedürfnis spätestens seit 1914 immer in den Momenten regt, an denen sich der deutsche Nationalismus am unverblümtesten zeigt.“

WM-Notausgabe des McGuffin Kassibers

Endlich darf man so richtig gutdeutsch sein und Flagge zeigen. Die Männerfußball-WM 2006 macht’s möglich, Deutschland reiht sich ein in die bunte Kette der Fahnen der Welt.

Deutsch stand seit 1945 für Leichen und Tod, Niederlage und Schande. Die Deutschen trauerten nicht um die Ermordeten, denn sie hatten aus innerster Überzeugung getötet, und deutsch hielten sie weiterhin für ein lebensnotwendiges Organ ihres Körpers. Trotzdem konnten sie nicht so laut rumtönen mit ihrem Nationalstaat, den es nach Auschwitz nicht mehr hätte geben dürfen, oder mit den gleich zwei Stück davon. Jahrzehnte haben sie als gemeinsames Projekt von links und rechts um ein „unbefangenes“ Verhältnis zu ihrer Nation gerungen, was 1999 dank deutsch-rot-grün in den ersten Angriffskrieg nach 1945 mündete. 61 Jahre nach Kriegsende gilt deutsch auf Stolzland zu sein nun als cool. Das Projekt des wiedererstarkten, wiedervereinigten Deutschlands seit 1990 erfährt seine innere Vollendung. Wie es dort drinnen aussieht, führen die grölenden Trupps schwarz-rot-gold bemalter Jungmänner und –mädels ebenso vor wie die FamilienausflüglerInnen zur Großbildleinwand mit deutschlandfarbenen Blumenketten und ebensolchen Trikots. Stolz und aggressiv und nicht freudig sind sie Fans von Deutschland. Spaß hat da niemand. Und wer gar keinen haben will, bekommt, was den Miesmachern gebührt: mindestens auf die Fresse. Gewinnt die deutsche Nationalmannschaft wird dementsprechend nicht gefeiert, sondern spaßpogromt. Die Gewalt ist allgegenwärtig. Schließlich ist seit 1954 der Fußballplatz ein Ersatz für die fehlenden Siege auf dem Feld der Ehre. Männerfußball ist eine ernste Angelegenheit und nach Volk kommt Fan. In der gezwungenen Lässigkeit der Deutschfarben steckt bereits die Drohung: „Wir sind weltoffen patriotisch, nicht trotz sondern wegen unserer Vergangenheit – also kommt uns bloß nicht frech“! Deswegen sollten die Gäste es tunlichst vermeiden den Krieg zu erwähnen, könnten sich doch die so völkerverständigen, gastgebenden Freunde in ihrer Unbefangenheit gestört fühlen. So don’t mention the war, mention the wall! Denn was wurde da alles weggelitten in der Vergangenheit um heute so herrlich normal Gast zu geben. (mehr…)

Deutschen Mainstream angreifen!

Demo 24.04.2004

Demo 24.04.2004

Demo 24.04.2004

Einen Bericht über eine Demonstration in Berlin, während sich andere in Hamburg an der Linken abarbeiten, gibt es hier:
http://de.indymedia.org/2004/04/81298.shtml

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